Ulm (epd). Die Naturschutzverbände BUND und NABU kritisieren die Pläne zum Ausbau von Biogasanlagen in Süddeutschland. Anlass ist ein geplanter Biogas-Gipfel der Landwirtschaftsministerien von Baden-Württemberg und Bayern am 4. Mai in Ulm. Die Verbände fordern laut einer Mitteilung vom Donnerstag eine stärkere Ausrichtung auf ökologische Nachhaltigkeit anstelle des Anbaus von Energiepflanzen.
Die Energiegewinnung aus angebautem Mais sei extrem ineffizient, hieß es. Auf einem Hektar Photovoltaik-Fläche könne mindestens 28-mal so viel Energie erzeugt werden wie auf einem Hektar mit Energiemais. "Unsere landwirtschaftlichen Böden sind zu wertvoll, um sie für eine so ineffiziente Technologie wie Biogas zu opfern", erklärte der baden-württembergische NABU-Landesvorsitzende Johannes Enssle. Der massive Anbau von Mais für Biogasanlagen führe zu artenarmen Monokulturen.
Empfehlung: Nur Reststoffe nutzen
Nach Ansicht der Verbände sollen Biogasanlagen nur dann Strom und Wärme erzeugen, wenn die Energie aus Wind und Sonne nicht ausreicht. Sie sollten zudem ausschließlich mit Reststoffen betrieben werden. "Für die Produktion sollten nur Substrate verwendet werden, die in vorgelagerten Prozessen übrigbleiben - wie Bioabfälle, Ernterückstände, Zwischenfrüchte, Untersaaten, Gülle und Mist", sagte Sylvia Pilarsky-Grosch, baden-württembergische Landesvorsitzende des BUND. Dadurch entstünde sowohl ein naturschutzfachlicher Nutzen als auch ein nachhaltiger Energieträger.
In Baden-Württemberg gibt es laut den Verbänden 1.032 landwirtschaftliche Biogasanlagen. Für deren Betrieb werden rund 100.000 Hektar Ackerfläche genutzt, was 11,2 Prozent der gesamten Ackerfläche im Land entspricht. In Bayern sind laut dem Bayerischen Bauernverband rund 2.700 Biogasanlagen in Betrieb.