München, Münster (epd). Etwa 100 festangestellte und freie Musikerinnen und Musiker haben am Dienstag in Münster mit einem "Musik-Flashmob" auf die prekäre Lage von freien Musikern aufmerksam gemacht. Unter den Demonstrierenden waren Musiker von den Münchner Philharmonikern, dem Gewandhausorchester Leipzig, dem Philharmonischen Staatsorchester Hamburg ebenso wie Mitwirkende der Rundfunkchöre vom Bayerischen Rundfunk und vom WDR. Die Musiker und Sänger präsentierten bei der Aktion den Bach-Choral "Die himmelschreiende Sünde" aus der Markus-Passion.

Die Forderung nach besseren Honoraren richte sich vor allem an Bund, Länder und Kommunen bei öffentlicher Förderung von Musikprojekten, erklärte der General Manager der Deutschen Orchestervereinigung (DOV), Gerald Mertens. Die Orchestervereinigung hält in Münster bis Donnerstag eine Delegiertenversammlung ab.

Unter dem "Good Play. Fair Pay." startet der Verband, der sich als Musikergewerkschaft für feste und freie Musiker versteht, eine bundesweite Mindesthonorar-Kampagne für freischaffende Musiker, wie Mertens erläuterte. Im Vergleich zu anderen Berufsgruppen sei die Bezahlung nicht gerecht. Ein Hochschulabsolvent, der seit seinen frühen Lebensjahren übe, gehe mit 100 Euro aus einer Veranstaltung raus, monierte der Verband.

Während Festangestellte meist Tarifvergütungen bekämen, lebten Freischaffende überwiegend von Auftrittshonoraren, hieß es. Diese müssten dringend angehoben werden. Denn damit finanzierten sie ihren Lebensunterhalt auch für Familie und Kinder, Renten- und Krankenversicherung sowie hochwertige Musikinstrumente. Das monatliche Durchschnittseinkommen freischaffender Musiker betrage laut Künstlersozialkasse aktuell lediglich 1.090,41 Euro, erklärte die Deutsche Orchestervereinigung. Prekäre Lebensverhältnisse und kalkulierbare Altersarmut für Freischaffende seien nicht tolerierbar.