München (epd). Mit Sorge schaut die Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Lehrerverbände (abl) auf das angekündigte Stellenmoratorium im kommenden Schuljahr. Die zunehmende Heterogenität der Schülerschaft, ein spürbarer Anstieg von Gewaltvorfällen sowie immer komplexere pädagogische Anforderungen verlangten den Lehrkräften täglich Höchstleistungen ab, erklärte abl-Präsident Michael Schwägerl laut einer Pressemitteilung vom Mittwoch. Wer aber Schulen widerstandsfähiger gegen Herausforderungen machen wolle, "darf ihnen nicht gleichzeitig Personal entziehen oder notwendige Verstärkungen ausbremsen". Um eine Neuverschuldung im Doppelhaushalt 2026/27 zu vermeiden, hatte der Freistaat beschlossen, keine neuen staatlichen Stellen zu schaffen. Davon ist auch der Schulbereich betroffen.

Angesichts größerer Klassen, fehlender Lehrkräfte und wachsender Aufgaben seien schon heute viele Schulen an der Belastungsgrenze, sagte Schwägerl. Das führe dazu, "dass individuelle Förderung, Präventionsarbeit und Beziehungsarbeit immer schwieriger zu leisten sind". Dabei seien die meisten Familien auf Schulen angewiesen, die nicht nur Lernorte, sondern auch "Schutzräume, Integrationsorte und Stabilitätsanker" für Kinder und Jugendliche seien. Dafür brauche es verlässliche Rahmenbedingungen und ausreichend Personal, so Schwägerl.

Dachverband für 150.000 Lehrkräfte

Die Arbeitsgemeinschaft ist der Zusammenschluss des Bayerischen Realschullehrerverbands, des Bayerischen Philologenverbands, der Katholischen Erziehergemeinschaft Bayern und des Verbands der Lehrkräfte an beruflichen Schulen in Bayern. Sie vertreten den Angaben zufolge über 150.000 bayerische Lehrkräfte, die insgesamt rund 1,7 Millionen Schülerinnen und Schüler unterrichten.