Tutzing (epd). In der Schlosskapelle der Evangelischen Akademie Tutzing soll eine Mahn- und Gedenktafel als Zeichen gegen Antisemitismus angebracht werden. Judenfeindliche Darstellungen prägten nach wie vor das öffentliche Bild, wie etwa die "Judensau"-Schmähplastik an verschiedenen Kirchen, teilte die Evangelische Akademie am Donnerstag mit. In der Tutzinger Schlosskapelle sind "Ecclesia und Synagoga" zu finden: zwei weibliche Figuren, die das Christentum und das Judentum symbolisieren und in denen die Überlegenheit des Christentums zum Ausdruck kommen sollte.

"Wir wollen dieses umstrittene Bild, das der Erbauer der Schlosskapelle, der Kunsthändler Marczell von Nemes, in den 1920er Jahren einsetzen ließ, nicht länger unkommentiert lassen", sagte Akademiedirektor Udo Hahn. Künftig soll nun eine Mahn- und Gedenktafel in der Kapelle hängen. Enthüllt werden soll sie am 29. April von der Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Charlotte Knobloch, sowie dem bayerischen Antisemitismusbeauftragten Ludwig Spaenle. Im Anschluss wollen beide mit Schülerinnen und Schülern über die Bekämpfung von Antisemitismus sprechen.