Kitzingen, Würzburg (epd). Der Klimawandel mit den daraus folgenden steigenden Temperaturen und sinkenden Niederschlägen wirkt sich auch konkret auf das "Stadtklima" in kleineren Siedlungen aus. Erste Ergebnisse eines Forschungsprojekts von Klimatologen der Uni Würzburg im Landkreis Kitzingen nach gut einem Jahr Datenerhebung zeigen, dass selbst dörfliche Ansiedlungen zu "Urban Heat Islands" (UHI), also zu lokalen Hitzeinseln werden können, sagte Wissenschaftler Christian von der Stein-Hartmann.

Mit rund 80 Sensoren, etwa für Lufttemperatur und Bodenfeuchtigkeit sowie klassischen Wetterstationen, an 16 Standorten im Landkreis Kitzingen haben die Forscher erfasst, welche Teile einer Stadt oder Region sich besonders schnell aufheizen oder schlecht abkühlen. Die ersten Ergebnisse zeigen nun, dass selbst kleinste Siedlungen extreme UHI-Werte aufweisen können. Diese gemessenen "Stadtklimaeffekte" lägen auch deutlich über den erwarteten theoretischen Werten. Dies erfordere noch genauere Untersuchungen, hieß es.

Selbst kleine Gemeinden heizen sich extrem auf

Der UHI wird ermittelt, indem Messwerte von Stationen innerhalb der Siedlung mit jenen am Rand oder ganz außerhalb verglichen werden. In Kitzingen, das regelmäßig den bayerischen Hitzerekord stellt, wurde dieses Jahr ein maximaler UHI von 5,7 Grad gemessen. Das war für die Forscher bei einer Stadt mit mehr als 23.000 Einwohnern im Rahmen des Erwartbaren - dass jedoch der maximale UHI in der 7.000-Einwohner-Gemeinde Dettelbach bei 6 Grad lag, zeige die Problematik bei steigenden Temperaturen und versiegelten Flächen.

Ziel des Projekts, das mit Mitteln der CSU-Landtagsfraktion finanziert wird, ist es, den Kommunen konkrete Handlungsempfehlungen zu bieten - etwa, um die Temperaturen in Siedlungsgebieten zu senken oder auch, um an niederschlagsintensiven Stellen mehr Speichermöglichkeiten für Regenwasser zu schaffen. Am Ende soll eine Karte mit "Local Climate Zones" stehen. Die CSU-Abgeordnete Barbara Becker sagte, es gehe darum, Kommunen einen Leitfaden für den Weg zur "Klimaresilienz" an die Hand zu geben.