München (epd). Selbstbestimmte Freizeit: Das will die Kampagne "Freizeit Hoch 2" für mehr Menschen mit Behinderung ermöglichen. "Für sie ist es schwer, ihre Freizeit individuell zu gestalten", sagte Projektleiterin Sibyl Stangl von der Freiwilligenagentur "Tatendrang" bei einem Pressegespräch am Donnerstag im Münchner Sozialreferat. Das Personal in Wohneinrichtungen sei knapp, häufig müssten schon Gruppenveranstaltungen ausfallen. Mit der Kampagne, die Teil des 2. Aktionsplans "München wird inklusiv" ist, wolle man neue Ehrenamtliche auf die Situation von Menschen mit Behinderung aufmerksam machen und sie als Freizeitbegleiter gewinnen.

Die Freiwilligenagentur "Tatendrang" hat das Projekt im Auftrag der Landeshauptstadt München konzipiert. Die Stadt finanziert die halbe Stelle der Projektleitung und die Werbekampagne, die in den kommenden Wochen im Münchner Nahverkehr und auf Litfasssäulen zu sehen sein wird. Die Kampagne "Freizeit Hoch 2" ist auf drei Jahre angelegt.

Partner für den Einsatz von Freiwilligen sind zunächst Einrichtungen der Behindertenhilfe wie das Münchner Förderzentrum Giesing, das Forum Luitpold Pfenningparade, der Bayerische Blinden- und Sehbehindertenbund, die Offene Behindertenarbeit des evangelischen Dekanats München und die Einrichtung "autkom" für Menschen mit Autismus. Später soll es laut "Tatendrang" auch für behinderte Menschen, die zu Hause leben, Freizeitbegleiter geben.