München (epd). Körperliche Strafen beeinträchtigen laut den Johannitern die Entwicklung von Kindern. "Immer wieder auf die Rechte der Kinder und Jugendlichen hinzuweisen, ist nach zwei Jahren Corona-Pandemie besonders wichtig", sagte Renate Schemann, die Leiterin des Dominik-Brunner-Hauses der evangelischen Hilfsorganisation in München, laut Mitteilung vom Dienstag zum Tag der gewaltfreien Erziehung (30. April). Seit dem Jahr 2000 haben Kinder in Deutschland das Recht auf gewaltfreie Erziehung. Körperliche Bestrafungen oder seelische Verletzungen sind verboten.
Kinder beim Aufwachsen gut zu begleiten, sei eine Aufgabe, die sehr viel Zeit, Zuwendung und Einsatz fordere, sagte Schemann weiter. Eltern bringe das manchmal an ihre Grenzen. "Doch auch dann dürfen Erwachsene die Beherrschung nicht verlieren - so schwer das mitunter sein mag." Kinder zum Beispiel durch Herabsetzen, Missachtung oder gar körperliche Bestrafung zurechtweisen zu wollen, sei pädagogisch unsinnig und verursache tiefe Kränkungen. "Kinder zu erziehen heißt, sie mit Respekt vor ihrer Persönlichkeit auf ihrem individuellen Weg zu unterstützen und zu begleiten."
Es sei aber normal, dass Eltern Situationen erlebten, in denen sie erschöpft oder wütend seien, sagte Schemann weiter. "Es ist keine Schande, nicht weiter zu wissen. Ich ermutige Mütter und Väter dazu, sich dann Hilfe zu holen." Manchmal genüge es, mit einer vertrauten Person zu sprechen oder mit einer Fachkraft, die das Kind kennt, etwa aus der Kindereinrichtung oder Schule. Außerdem könne man sich auch an eine Erziehungs- oder Familienberatungsstelle wenden, wo hilfesuchende Eltern kostenlos beraten werden.