Nürnberg (epd). Weniger Menschen können in Arbeit vermittelt werden: Die Integrationsquote von erwerbsfähigen Leistungsberechtigten in Beschäftigung ist in den vergangenen vier Jahren zurückgegangen, wie eine Untersuchung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit zeigt. Laut der Studie, die am Donnerstag in Nürnberg veröffentlicht wurde, ging die Integrationsquote bereits vor Einführung des Bürgergelds im Jahr 2023 zurück.
Dem IAB zufolge erreichte die Integrationsquote nicht mehr das Niveau von vor 2020. Zwischen 2015 und 2018 sei sie mit etwa 7,5 Prozent pro Vierteljahr stabil gewesen. Während der Coronazeit brach sie auf 5,4 Prozent ein. 2021 erholte sie sich, danach ging sie bis 2023 kontinuierlich auf unter 6 Prozent zurück. Seitdem sei die Quote weiter leicht rückläufig und verharre gut 1,5 Prozentpunkte unterhalb des Vor-Corona-Niveaus.
Integrationsquote lag bereits 2023 niedriger als vor Corona
Die Bürgergeldreform löste ab 1. Januar 2023 das Hartz-IV-System ab. Ein Ziel war, Leistungsbezieher in möglichst nachhaltige und bedarfsdeckende Beschäftigungsverhältnisse zu vermitteln. Politisch wurde vielfach diskutiert, ob das Bürgergeld dazu führe, dass weniger Menschen eine Arbeit aufnehmen. Zum 1. Juli dieses Jahres wurde es durch die neue Grundsicherung ersetzt.
Laut der Untersuchung ging die Integrationsquote bereits vor der Bürgergeldreform zurück und fiel 2022 besonders stark. Seit 2023 setze sich diese Entwicklung in abgeschwächter Form fort. Dabei ging das Bürgergeld auch nicht mit einem Anstieg bedarfsdeckender oder nachhaltiger Integrationen einher. Lediglich der Anteil solcher Integrationen an allen Jobaufnahmen insgesamt stieg leicht.
Rückgang dürfte vor allem schlechter Konjunktur geschuldet sein
Der Rückgang der Integrationsquote dürfte hauptsächlich der schlechten Konjunkturentwicklung geschuldet sein, vermuten die Forscher. In der Studie heißt es: "Wegen der seit Ende 2022 anhaltenden Wirtschaftsschwäche haben sich die Beschäftigungschancen für nicht Beschäftigte insgesamt deutlich verschlechtert, sodass es nicht leicht ist, den Bürgergeldeffekt sauber von dem Effekt der Wirtschaftsschwäche zu trennen."
Die Studie hat die Integrationsquoten für 25- bis 54-jährige erwerbsfähige Leistungsberechtigte in den vergangenen zehn Jahren untersucht. Um statistische Verzerrungen zu vermeiden, beschränkte sich die Analyse auf Menschen, die nicht im Zuge der Fluchtmigration seit Mitte der 2010er Jahre nach Deutschland gekommen sind.