München (epd). Eine reduzierte Wochenarbeitszeit alleine macht Pflegeberufe nach Ansicht des bayerischen Gesundheitsministers Klaus Holetschek (CSU) nicht attraktiver. Diese helfe nichts, "wenn die Beschäftigten die Freizeit trotzdem nicht nutzen können, weil man sich auf die Dienstplanung nicht verlassen kann", sagte Holetschek dem Radiosender "Antenne Bayern" am Mittwoch. Er will sich deshalb weiterhin dafür einsetzen, "flexible Springerdienste zu ermöglichen".

Die Arbeiterwohlfahrt (Awo) in Augsburg plant derzeit einen neuen Haus-Tarifvertrag, um den Pflegeberuf attraktiver zu machen. Die Arbeitszeit soll schrittweise von 39 auf 35 Stunden pro Woche sinken, bei vollem Lohnausgleich, berichtete der Radiosender. Holetschek sagte, er begrüße alle Maßnahmen, "die geeignet sind, den Pflegeberuf attraktiver zu machen". Ein wesentlicher Schlüssel seien die Arbeitsbedingungen - und diese lägen "in der Hand der Tarifvertragsparteien".

Bei "flexiblen Springerdiensten" handelt es sich beispielsweise um einen eigenen Einsatzbereich mit eigenem Dienstplan. Die Beschäftigten im "Springerpool" wissen laut diesem Plan zwar, wann sie zu welcher Schicht eingeteilt sind - sie erfahren jedoch erst kurzfristig von der Pflegedienstleitung, auf welcher Station sie genau eingesetzt werden.