Ulm (epd). In ihrem Geburtsort Ulm erinnert eine neue Stele an Hildegard Knef. Die Schauspielerin und Sängerin wurde am 28. Dezember 1925 in Ulm geboren. Mit dem Denkmal solle ein sichtbares Zeichen gesetzt werden, dass auch Frauen eine wichtige Rolle für die Geschichte der Stadt spielen, sagte Bürgermeisterin Iris Mann am Dienstag bei der Einweihung der Stele. Wie der Text auf der Gedenksäule unter einem Porträtfoto von Hildegard Knef hervorhebt, habe sich die Künstlerin mit "Mut, Ehrgeiz und großer Eigenständigkeit" den "konservativen Erwartungen ihrer Zeit" widersetzt. Ihr Erfolgschanson "Für mich soll's rote Rosen regnen" sei zum Symbol für Emanzipation und weibliche Selbstbestimmung geworden.

Allerdings gab Hildegard Knef nur ein ganz kurzes Gastspiel in Ulm: Nach dem frühen Tod des Vaters zog sie bereits im Alter von sieben Monaten mit ihrer Mutter nach Berlin, wo sie noch in jungen Jahren ihre Karriere als Schauspielerin startete. Mit ihrer nur sekundenlangen Nacktszene im Film "Die Sünderin" (1950) sorgte Knef für den ersten großen Filmskandal im Nachkriegsdeutschland. Im Laufe ihrer langen Karriere hat sich Hildegard Knef als Künstlerin immer wieder neu erfunden - als Schauspielerin sogar in Hollywood, als Hauptrolle in Musicals am Broadway, als gefeierte Chanson-Sängerin und erfolgreiche Autorin ("Der geschenkte Gaul"- 1970).

Die zwölfte Stele in einem Zyklus

Das Denkmal von Hildegard Knef ist die zwölfte Stele in einem Zyklus von bedeutsamen Ulmer Frauen. Die Stelen, die im gesamten Stadtgebiet verstreut sind, erinnern beispielsweise an die Patrizierin und Sozialmäzenin Adelheid von Sulmentingen (1330-1400), an die Medizinpionierin und frühe Ärztin Agathe Streicher (1520-1581) und an das soziale Engagement der Ulmer Gemeinderätin und Frauenrechtlerin Agnes Schultheiß (1873-1959).