Nürnberg (epd). Die Menschen in Bayern haben die Arbeit der Diakonie Katastrophenhilfe im vergangenen Jahr erneut mit großer Solidarität unterstützt. Wie die Diakonie Bayern am Mittwoch bekannt gab, gingen 2025 insgesamt Spenden in Höhe von knapp 5,2 Millionen Euro ein - im Vergleich zum Vorjahreszeitraum eine Steigerung von über 12 Prozent. Bundesweit erhielt das evangelische Hilfswerk knapp 30 Millionen Euro und erreichte damit trotz zahlreicher Krisen nahezu das Ergebnis des Vorjahres, wie aus dem aktuellen Jahresbericht hervorgeht.

"Die Menschen sehen das Leid - nah und fern - und handeln, um es zu lindern. Dafür danke ich allen Spenderinnen und Spendern in Bayern herzlich", sagt Sabine Weingärtner, Präsidentin der Diakonie Bayern. Besonders groß war die Unterstützung nach dem schweren Erdbeben in Myanmar im März 2025. "Wir erleben aktuell am Beispiel von Venezuela, wie plötzlich Menschen unter den Folgen der Erdbeben leiden und wie schnell die Diakonie Katastrophenhilfe und ihre Partner helfen", sagte Weingärtner weiter. Sie verteilten Wasserfilter, Zelte und Decken und bieten medizinische Dienste an.

Öffentliche Mittel gehen zurück

"Gerade in einer Zeit, in der öffentliche Mittel für die humanitäre Hilfe zurückgehen, ist diese verlässliche Solidarität ein starkes Zeichen", sagte Weingärtner weiter. Die Förderung durch das Auswärtige Amt, vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung sowie durch die Europäische Union sei insgesamt um rund ein Drittel auf 18 Millionen Euro gesunken - "fatal angesichts immer neuer Katastrophen", hieß es.

Insgesamt setzte die Diakonie Katastrophenhilfe 2025 rund 59,6 Millionen Euro für Hilfsprojekte weltweit ein. Mit 9,2 Millionen Euro wurden Menschen in Syrien und der Türkei beim Wiederaufbau nach Krieg und Erdbeben unterstützt. In Deutschland flossen 6,5 Millionen Euro in Hochwasserhilfe und Präventionsmaßnahmen. Für Hilfsprojekte in der Ukraine stellte das Hilfswerk 4,5 Millionen Euro bereit.

Die Diakonie Katastrophenhilfe wurde 1954 gegründet und ist das Hilfswerk für humanitäre Hilfe der evangelischen Kirchen in Deutschland. Gemeinsam mit lokalen Partnerorganisationen unterstützt sie Menschen, die von Naturkatastrophen, Krieg und Vertreibung betroffen sind.