Erlangen, München (epd). Der Erlanger Verein "EinDollarBrille" hat im Jahr 2025 die einmillionste Brille seit seiner Gründung ausgegeben. Wie die Hilfsorganisation bei der Vorlage ihres Jahresberichts mitteilte, wurden im vergangenen Jahr in elf Programmländern rund 272.000 Menschen mit kostengünstigen Sehhilfen versorgt. Etwa 755.000 Menschen erhielten kostenlose Sehtests, knapp 7.000 Patienten konnte durch die Unterstützung bei Grauer-Star-Operationen das Augenlicht gerettet werden.

Neben der steigenden Reichweite verankert der Verein seine Strukturen nach eigenen Angaben zunehmend in den nationalen Gesundheitssystemen der Partnerländer. So habe Burkina Faso das Ausbildungsprogramm für Optik-Techniker offiziell in sein staatliches Bildungssystem integriert. In Malawi erhielt die Partnerorganisation "GoodVision" als bisher einzige NGO eine Zertifizierung durch den nationalen Medizinrat. Zudem setzt der Verein auf digitale Werkzeuge bei Behandlung und Beratung.

Gegen die Armut durch Sehschwäche

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) leiden weltweit mehr als 950 Millionen Menschen an einer behandelbaren Fehlsichtigkeit, haben jedoch nicht die Mittel für eine herkömmliche Brille. Der 2012 von dem Erlanger Erfinder Martin Aufmuth gegründete Verein hat sich zum Ziel gesetzt, durch günstige Versorgung und Ausbildung vor Ort eine nachhaltige augenoptische Grundversorgung in Afrika, Asien und Lateinamerika aufzubauen.

Die "EinDollarBrille" kann auf einer einfachen Biegemaschine gefertigt und an die Trägerin oder den Träger angepasst werden. Dann werden fertige Gläser eingeklickt. Der Materialwert inklusive der Kunststoffgläser betrage rund einen US-Dollar, teilt der Verein mit.