Nürnberg (epd). Die Mitarbeitenden der Diakonie in Bayern erhalten ab Januar 2027 mehr Geld. Die für die Tarifabschlüsse zuständige Arbeitsrechtliche Kommission der evangelischen Landeskirche (ARK) hat beschlossen, die Vergütungen um 2,5 Prozent linear zu erhöhen. Der Beschluss gilt bis Ende 2027. Auch Auszubildende, Anerkennungspraktikanten und Studierende in dualen Studiengängen profitieren: Ihre monatlichen Vergütungen werden jeweils um 75 Euro angehoben.

Mit dem Beschluss setze die ARK Bayern ein "Zeichen für verlässliche und attraktive Arbeitsbedingungen in der Diakonie", sagte Matthias Heidler von der ARK-Dienstgeberseite. Die Steigerung sei ein angesichts der wirtschaftlichen Lage angemessenes Verhandlungsergebnis. Die Refinanzierung jedoch sei vor dem Hintergrund der angekündigten Sozialreformen für die Träger eine Herausforderung. Sollte bei der Gesundheits- und Pflegereform die vollständige Refinanzierung der Tarife durch die Kostenträger ausgesetzt werden, bringe dies diakonische Einrichtungen in Schwierigkeiten.

Berufserfahrung wird künftig stärker anerkannt

Künftig soll die Berufserfahrung stärker anerkannt werden. Zum Juli 2027 wird in den bayerischen Arbeitsvertragsrichtlinien (AVR), in denen die Entgeltentwicklung bislang mit der fünften Stufe endete, eine neue Stufe 6 eingeführt. Damit erhielten langjährige Mitarbeitende eine zusätzliche Entwicklungsperspektive, sagte Dienstnehmervertreter Joachim Laupenmühlen.

Zudem werden die Laufzeiten den "Erfahrungsstufen" angepasst: Die Laufzeit in Stufe 4 wird von 84 auf 72 Monate abgesenkt, für Stufe 5 wird eine Laufzeit von 60 Monaten festgelegt. Damit erreichen Beschäftigte zukünftig früher eine höhere Stufe. Neu geregelt wird auch der Samstagszuschlag, der ab Januar 5 Prozent des Stundenentgelts beträgt.

Die ARK Bayern ist das oberste Tarifgremium für die evangelische Kirche und Diakonie in Bayern. Ihre Entscheidungen betreffen derzeit rund 125.000 Mitarbeitende. Für die Mitarbeitenden der Landeskirche hatte die ARK bereits im März eine Tariferhöhung beschlossen.