München (epd). Kurz vor Beginn der bayerischen Sommerferien fordert der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) Bayern faire Löhne und eine deutlich höhere Tarifbindung, damit sich mehr Menschen Auszeiten leisten können. Rund 15 Prozent der Menschen in Bayern hätten im Jahr 2025 keine einwöchige Urlaubsreise machen können, teilte der DGB Bayern am Mittwoch unter Bezugnahme auf aktuelle Zahlen des Bayerischen Landesamts für Statistik mit. Wenn eine Erholung vom Alltag für fast zwei Millionen Menschen im Freistaat am Geld scheitere, sei das ein deutliches Alarmsignal.

Besonders hoch sei der Anteil unter Alleinerziehenden-Haushalten. Fast jeder dritte von ihnen könne keine Urlaubsreise finanzieren, heißt es weiter. Und das, obwohl gerade Alleinerziehende im Alltag enorme Belastungen schulterten. Umso befremdlicher sei eine politische Debatte, die den Menschen immer mehr Leistung und längere Arbeitszeiten abverlange, so der DGB Bayern. Dies müsse sich für die Beschäftigten auch lohnen. Insgesamt bekome jedoch nicht einmal jeder zweite Beschäftigte in der Privatwirtschaft Urlaubsgeld. Um dem entgegenzuwirken, müssten etwa Tarifverträge von der Politik für ganze Branchen als allgemeinverbindlich erklärt werden.