Würzburg (epd). Der ungeschützte Blick in die Sonne kann bei der Sonnenfinsternis am Mittwoch kommender Woche (12. August) zu dauerhaften Augenschäden führen. Darauf weist der Oberarzt der Würzburger Uni-Augenklinik, Andreas Berlin, laut einer Mitteilung vom Dienstag hin: "Eine zertifizierte Sonnenfinsternis-Brille ist die wichtigste Voraussetzung, um eine Sonnenfinsternis sicher zu beobachten." Die Brille müsse unbeschädigt sein und der internationalen Norm ISO 12312-2 entsprechen. Es handelt sich um die am stärksten sichtbare Sonnenfinsternis in Deutschland seit 1999.
Der direkte Blick in die Sonne kann laut Berlin bereits nach kurzer Zeit zu einer solaren Retinopathie führen, bei der lichtempfindliche Sinneszellen der Netzhaut dauerhaft geschädigt werden. Beschwerden wie verschwommenes oder verzerrtes Sehen träten häufig erst Stunden später auf. "Die Netzhaut besitzt keine Schmerzrezeptoren. Deshalb bemerken Betroffene die Schädigung oft erst, wenn sie bereits eingetreten ist", erläuterte der Experte. Die Veränderungen könnten sich teilweise zurückbilden, in manchen Fällen bleibe aber eine dauerhafte Einschränkung des zentralen Sehens bestehen.
Sonnenbrillen bieten keinen Schutz
Normale Sonnenbrillen reichten nicht aus, hieß es. Sie filterten zwar UV-Strahlung, schwächten die intensive Sonneneinstrahlung aber nicht ausreichend ab. Zudem erweiterten sich hinter den dunklen Gläsern die Pupillen, sodass unter Umständen mehr schädliches Licht auf die Netzhaut gelange. Ferngläser, Kameras oder Teleskope benötigten spezielle Sonnenfilter vor der Objektivöffnung, eine gewöhnliche Schutzbrille reiche dafür nicht. Kinder sollten das Naturschauspiel nur unter Aufsicht Erwachsener beobachten, da sie oft nicht selbst beurteilen könnten, ob eine Brille richtig sitzt oder beschädigt ist.