München (epd). Eine grundlegende Reform des Katastrophenschutzes in Deutschland fordert der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) Bayern. Zudem brauche es eine stärkere Rolle des Bundes bei großen Schadenslagen, sagte Vorstandsmitglied Dominik Blunck am Donnerstag dem Sender BR24 in München. Mit Blick auf den fünften Jahrestag der Ahrtal-Katastrophe kritisierte Blunck die unübersichtlichen Strukturen, die aus der Trennung von Zuständigkeiten resultierten. Während der Bund für den Zivilschutz in Kriegs- und Verteidigungsfällen zuständig sei, sei der Katastrophenschutz für Ereignisse wie Hochwasser Ländersache. Dies führe zu "ein bisschen Durcheinander", sagte Blunck.

Als eine "Lehre aus dem Ahrtal" müsse bei großen Katastrophen anders vorgegangen werden, sagte der ASB-Landesvorstand. Man müsse noch "ein paar Schritte weitergehen". Blunck, der selbst als Helfer bei der Hochwasserkatastrophe im Ahrtal im Einsatz war, plädiert für die Einrichtung eines zentralen Krisenmanagements. Er schlägt vor, eine "Marke" zu definieren, bei deren Überschreitung der Bund die Führung übernehmen müsse, auch wenn es sich formell um eine Länderaufgabe handle. Der Bund müsse sich da "den Hut aufsetzen, und es muss eine gemeinsame Koordination geben".