Regensburg (epd). Die Dichterin, Wissenschaftlerin und Antirassismus-Aktivistin May Ayim hat eine Ehrenplakette an der Universität Regensburg erhalten. Die Plakette sei im Rahmen des bayernweiten Projektes "FrauenOrte" am Dienstag im Foyer des Audimax feierlich enthüllt worden, teilte die Universität am Mittwoch mit. Mit der Würdigung der ehemaligen Absolventin sei zugleich der erste "FrauenOrt" in der Stadt entstanden. Das vom bayerischen Sozialministerium initiierte Projekt wolle Lebensorte von bedeutenden Frauen in Bayern sichtbar machen.

May Ayim (1960-1996) gilt als eine der zentralen Stimmen der afrodeutschen Bewegung in Deutschland. Geboren in Hamburg als Tochter einer deutschen Mutter und eines ghanaischen Medizinstudenten, wuchs sie nach einer frühen Adoption in einer deutschen Familie in Münster auf und erlebte dort bereits in ihrer Kindheit Ausgrenzung und Rassismus. Sie studierte Pädagogik und Psychologie an der Universität Regensburg und schloss 1986 mit einer wegweisenden Arbeit zur Geschichte und Lebensrealität afrodeutscher Menschen ab, die später unter dem Titel "Farbe bekennen" veröffentlicht wurde und als Grundlagenwerk gilt. In den 1980er-Jahren zog sie nach Berlin, war Mitbegründerin der Initiative Schwarze Deutsche und engagierte sich international gegen Rassismus sowie für die Sichtbarkeit afrodeutscher Identitäten.

Biografien von Frauen im öffentlichen Raum verankern

Ziel des Projektes "FrauenOrte" sei es, die Leistungen und Biografien von Frauen stärker im öffentlichen Raum zu verankern und damit ein Zeichen für Gleichstellung und gesellschaftliche Vielfalt zu setzen. Mit Unterstützung von Kommunen und Städten sei unterdessen eine Datenbank entstanden, die bislang 140 "FrauenOrte" in ganz Bayern umfasst.