Nürnberg (epd). Am 29. und 30. April werden an elf Stellen im Nürnberger Stadtgebiet insgesamt 23 Stolpersteine für jüdische Bürgerinnen und Bürger verlegt, die in der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt, vertrieben, deportiert oder ermordet wurden. Wie der Verein "Geschichte Für Alle" am Freitag mitteilte, erinnert einer der Stolpersteine an den Kaufmann Josef Aufseesser und seine Frau Wilhelmine.

Aufseesser wuchs am Josephsplatz auf und war Vorstandsmitglied der Israelitischen Kultusgemeinde. 1934 musste er sein Putz- und Modewarengeschäft im Zuge der "Arisierung", also der Enteignung des Besitzes von Juden, aufgeben. Die Kinder des Paares konnten ins Ausland fliehen, den Eltern gelang das nicht. Am 10. September 1942 wurden Josef und Wilhelmine in das Ghetto Theresienstadt deportiert, wo sie nach kurzer Zeit starben.

Mehr als 220 Stolpersteine in Nürnberg verlegt

Die Stolpersteine des Bildhauers Gunter Demnig sind den Angaben zufolge das größte dezentrale Denkmal der Welt und in über 1.800 Städten und Dörfern in Deutschland und 27 weiteren Ländern Europas zu finden. Die Gedenksteine werden am letzten frei gewählten Wohnort der Opfer des Nationalsozialismus angebracht. In Nürnberg wurden seit dem Jahr 2004 bereits über 220 Stolpersteine verlegt.