Pfarrer:innen, Sekretär:innen, Hausmeister:innen, Dekan:innen, Mitarbeitende aus kirchlichen Einrichtungen und der Diakonie: Wenn am 15. Juli der Firmenlauf B2Run durch den Münchner Olympiapark führt, wird auch die evangelische Kirche in Bayern mit einer großen Gruppe vertreten sein.
Organisiert wird die Teilnahme von Pfarrerin Stephanie Mages, landeskirchliche Beauftragte für Kirche und Sport. Gemeinsam mit der Diakonie München und Oberbayern, dem Landeskirchenamt und weiteren kirchlichen Einrichtungen werden knapp 200 Menschen unter kirchlich-diakonischer Trägerschaft an den Start gehen.
Entstanden ist die Idee bereits 2024 in Nürnberg. Gemeinsam mit Daniela Flachenecker, Geschäftsführerin der Evangelischen Jugend Nürnberg, etablierte Mages damals erstmals eine größere Beteiligung der evangelischen Kirche am B2Run. In diesem Jahr kommt eine neue Komponente hinzu: eine Challenge zwischen Nürnberg und München.
"Wir wollten schauen, wo sich mehr Leute mobilisieren lassen", sagt Mages. Während in München knapp 200 Teilnehmende erwartet werden, rechnet sie für Nürnberg mit deutlich weniger als 50 Läufer:innen.
Kirche zeigt sich als Arbeitgeberin und Gemeinschaft
Für die Sportpfarrerin ist die Veranstaltung weit mehr als ein Laufevent. "Der deutschlandweite Firmenlauf B2Run ist eine wunderbare Gelegenheit, uns im Stadtbild Münchens auch sportlich präsent zu zeigen", sagt sie. Kirche könne sich hier als Arbeitgeberin und gesellschaftliche Akteurin sichtbar machen. "Auch wir als Kirche sind aktiv und dort, wo Menschen sind."
Gleichzeitig habe die Veranstaltung eine wichtige Wirkung nach innen.
"Hierarchien sind für diesen einen Abend nicht so wichtig. Alle laufen im selben Shirt und mit demselben Ziel."
Der Firmenlauf stärke Teamgeist und Verbundenheit über unterschiedliche Berufsgruppen und Arbeitsbereiche hinweg.
Die große Resonanz überrascht selbst die Organisatorin. Allein für das Team von "Kirche und Sport" gingen deutlich mehr Anfragen ein, als Plätze zur Verfügung standen. Aus Budgetgründen konnten nur 70 Startplätze finanziert werden. Dennoch sei das Interesse bemerkenswert. "Ich finde, es trifft den Nerv der Zeit oder der Stadt, dass so viele Menschen so großes Interesse haben."
Sport und Glaube mit gemeinsamen Zielen
Wer beim B2Run für die Kirche startet, zeigt zugleich die Vielfalt evangelischer Arbeit. Die Liste der Teilnehmenden reicht von Pfarrpersonen und Pfarramtssekretär:innen über Kirchenvorstände bis hin zu Mitarbeitenden aus Schulreferat, Campus Kommunikation, Stadtakademie oder dem Evangelischen Bildungszentrum.
Dass Kirche und Sport gut zusammenpassen, davon ist Mages überzeugt.
"Sport und Glaube haben ähnliche Ziele: Menschen zusammenbringen, verbinden, vereinen und Gemeinschaft stiften."
Im Idealfall geschehe das auf eine sehr egalitäre Weise.
Auch spirituell sieht sie einen Zusammenhang. "Körper und Seele bilden für mich eine Einheit. Wenn ich mit meinem Körper aktiv bin, dann macht das auch innerlich etwas mit mir." Bewegung tue dem Menschen auf allen Ebenen gut.
Ein gemeinsamer Moment im Ziel
Selbst bezeichnet sich Mages weniger als Läuferin denn als Fitnesssportlerin. Ein Meniskusproblem macht Läufe schwierig. Dennoch gehört Bewegung fest zu ihrem Alltag. Ein Satz begleite sie dabei besonders:
"Tu deinem Körper etwas Gutes, damit deine Seele Lust hat, darin zu wohnen."
Am meisten freut sie sich beim B2Run allerdings auf einen ganz besonderen Moment: das gemeinsame Gruppenfoto. Ob München am Ende tatsächlich mehr Teilnehmende mobilisieren kann als Nürnberg, wird sich dann auf der Strecke zeigen.