Veitshöchheim (epd). Neuer Rekord für "Fastnacht in Franken": 3,8 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer bundesweit haben am Freitagabend die "Fastnacht in Franken" im BR Fernsehen verfolgt. In Bayern schauten 2,3 Millionen Menschen die Sendung. Das entspreche einem Marktanteil von 53,3 Prozent, teilte der Bayerische Rundfunk am Samstag mit.

Nach zweijähriger Pause war die bekannte TV-Prunksitzung am Freitagabend wieder live aus Veitshöchheim im BR-Fernsehen zu sehen gewesen. Die Mainfrankensäle waren wieder voll besetzt. In den vergangenen beiden Jahren wurde sie vor der Ausstrahlung aufgezeichnet. Es wurden wieder Landespolitiker aufs Korn genommen - allen voran Ministerpräsident Markus Söder (CSU), der im Gegensatz zum Vorjahr wieder verkleidet kam, diesmal als Moses.

Er sei "der Stammesälteste, der Bayern durch die Stürme der Zeit führt", schrieb Söder auf Twitter zu einem Foto, das ihn als biblischen Propheten Moses zeigt. Er bezeichnete die "Fastnacht in Franken" als kulturellen Höhepunkt Frankens.

Der Spott der Künstler richtete sich teilweise auch wieder gegen die Kirche. Bauchredner Sebastian Reich und seine Nilpferd-Dame Amanda zeigten sich traurig, dass der bayerische evangelische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm zum letzten Mal in Veitshöchheim unter den Gästen weilte.

Bedford-Strohm spiele dann wohl künftig mit Alt-Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) in dessen Keller mit der Eisenbahn, vermutete sie. Bedford-Strohms Bischofsamtszeit endet in diesem Herbst. Für die katholische Kirche habe sie eine Wetter-App programmiert, "ganz ohne Woelki", sagte Amanda.

Die nach zweijähriger Pause wieder auftretende "Altneihauser Feierwehrkapelln" machte sich lustig über den Würzburger katholischen Bischof Franz Jung. "Finden sich beim Frankenwein, der Söder und der Bischof ein, dann lässt man besser Vorsicht walten. Wo die drei sind, heißt’s Abstand halten", lästerte Kommandant Norbert Neugirg.

Warum auch zu Zeiten des Krieges in der Ukraine der Fasching genossen werden sollte, begründete der Erlanger Klaus-Karl Kraus: "Wir verteidigen unsere Demokratie mit Feiern und Lachen." Wortdrechsler Peter Kuhn aus Schweinfurt als Faschingsprinz nahm unter anderem die Reichsbürger aufs Korn. "Ich sag's den Spinnern lieber gleich: Ich will nicht heim ins Deutsche Reich." Er fügte an: "Bei uns steht Fastnacht voll und ganz für Frieden, Freiheit, Toleranz."

Für die Intendantin des Bayerischen Rundfunks, Katja Wildermuth, ist die Veranstaltung ein Publikumsmagnet und "ein Lagerfeuer, um das sich von den Jüngsten bis zu den Großeltern die ganze Familie versammelt". Die Fastnacht sei öffentlich-rechtliches Fernsehen, wie es sein sollte. Es vereine karnevalistisches Brauchtum, regionale Kultur und intelligente Unterhaltung.

Die TV-Prunksitzung wurde 1987 erstmals ausgestrahlt - einmalig aus dem oberfränkischen Lichtenfels, seither wird sie aus Veitshöchheim übertragen. Sie wird gemeinsam vom BR und dem Fränkischen Fastnacht-Verband verantwortet und ist seit Jahren die erfolgreichste aller dritten TV-Programme.