München (epd). Die Zahl der Kinderpornografie-Delikte in Bayern ist im vergangenen Jahr rasant gestiegen. Wie Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) bei der Vorstellung der Polizeilichen Kriminalstatistik 2021 am Montag in München bekannt gab, sind 5.070 Fälle von der Polizei registriert worden - ein Anstieg um knapp 84 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Im Jahr 2020 lag die Zahl noch bei 2.762 Fällen. Die meisten Fälle von Kinderpornografie finden laut Herrmann im Internet statt. Dadurch sei die Aufklärung zwar erschwert, dank internationaler Zusammenarbeit würde man jedoch trotzdem eine gute Quote erzielen.
Die Fälle von Kinderpornografie machen mehr als ein Drittel der Straftaten gegen sexuelle Selbstbestimmung aus. 2021 wurden 13.664 solcher Taten gezählt, ein Anstieg um 22 Prozent. 87,6 Prozent der Straftaten gegen sexuelle Selbstbestimmung konnten aufgeklärt werden.
Auch die Internetkriminalität generell spielte im vergangenen Jahr eine immer größer werdende Rolle, sie wuchs um zehn zehn Prozent (Fallzahlen 2020: 35.652, 2021: 39.469). Gründe dafür sind laut Herrmann die Corona-Pandemie und damit einhergehende gesellschaftliche Trends wie das Online-Shopping. Die Dunkelziffer krimineller Taten im Internet sei vermutlich noch sehr viel höher, da viele Straftaten nicht zur Anzeige gebracht werden.
Im Großen und Ganzen setzte sich der Trend zu sinkender Kriminalität und steigende Aufklärung aus dem letzten Jahr fort. Laut Statistik konnte der Freistaat im Jahr 2021 die niedrigste Kriminalitätsbelastung (Zahl der Straftaten je 100.000 Einwohner) seit 42 Jahren verzeichnen und lag bei 3.869 Fällen. Im Vorjahr betrug die Zahl noch 4.291, ein Rückgang um knapp zehn Prozent.
Herrmann mahnte jedoch, dass mit der erwarteten Aufhebung der Corona-Maßnahmen auch wieder mehr Tatgelegenheiten entstehen würden. Er warne beispielsweise vor mehr Hauseinbrüchen, wenn die Menschen wieder mehr außer Haus seien. So erwarte die Polizei für das nächste Jahr einen Anstieg der Straftaten, insbesondere im Bereich der Einbruchs- und Diebstahldelikte.