München (epd). Im Jahr 2021 ist die Zahl der erfassten antisemitischen Straftaten in Bayern gegenüber dem Vorjahr deutlich gestiegen. Wie aus einer parlamentarische Anfrage von Landtagsvizepräsident Markus Rinderspacher (SPD) hervorgeht, wurden im vergangenen Jahr 510 judenfeindliche Straftaten erfasst, im Jahr 2020 waren es noch 353 Straftaten. 93 Prozent der antisemitischen Straftaten in Bayern wurden laut Statistik von Rechtsextremisten verübt, wie es in der Mitteilung der SPD-Landtagsfraktion vom Sonntag heißt.

Laut Bayerns Antisemitismusbeauftragten Ludwig Spaenle sei dies eine dramatische Entwicklung, die ähnlich auch auf Bundesebene zu beobachten sei. Deshalb müsse der Kampf gegen antisemitisches Gedankengut verstärkt werden, sagte er am Sonntag laut einer Mitteilung.

Der Anstieg der Straftaten hängt für Spaenle erheblich mit kruden Ideen rechtsextremistischer Kräfte in Echokammern im Internet zusammen. Weitere Quellen des Antisemitismus wie islamistische Ideologien sowie fundamentale Israel-Kritik kämen dazu. "Wir dürfen das nicht dulden", so Bayerns Antisemitismusbeauftragter. Positiv sei aber, dass deutschlandweit die Bereitschaft in der Gesellschaft und Politik wachse, dem Antisemitismus klarer entgegenzutreten.