Erlangen (epd). Um mehr Verständnis für die Fakten des Klimawandels zu erreichen, müssen sich Wissenschaftler öffentlich mehr zu Wort zu melden. Sie sollten nicht nur ihre wissenschaftlichen Arbeiten sprechen lassen, forderte Wolfgang Kießling, Mitautor des Weltklimaberichtes, am Mittwochabend bei einer Podiumsdiskussion an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU). Der zweite Teil des Weltklimaberichts, so der Erlanger Paläobiologe, liefere ein noch schlimmeres Bild von einem immer schneller verlaufenden Klimawandel als der Bericht von 2014.

Der zweite Teil des Klimaberichts war am 28. Februar veröffentlicht worden. Unter dem Titel "Quo vadis - Klimawandel, Biodiversitätskrise und Gesellschaft", hatte das Green Office der FAU Experten zum Thema eingeladen. Kießling wies darauf hin, dass die Möglichkeiten, mit den schon längst eingetretenen Folgen des Klimawandels zu leben und dennoch das 1,5 Grad-Ziel zu erhalten, im Bericht einen großen Platz einnehmen. Laut den Autoren reagieren Politiker noch immer mit zu kurzfristigen Lösungen.

Shary Reeves, bekannt aus der Sendung "Wissen macht ah!", moderierte die Diskussion. Es sei nötig, in der Bekämpfung des Klimawandels gemeinsam zu denken, sagte sie. Klimaziele ließen sich nur erreichen, wenn sich niemand benachteiligt fühle und alle zusammenarbeiten. Die Expertenrunde war sich einig, dass es dringend notwendig ist, weltweit zu denken. Verschiedene Länder seien ganz unterschiedlich von den Folgen des Klimawandels und der Erderwärmung getroffen. In mehreren afrikanischen Ländern sei aufgrund von langen Dürreperioden schon jetzt die Lebensmittelversorgung nicht gewährleistet.

Eine klare Forderung hatte die Diskussionsrunde für die Bildung: In den Schulen müssten der Klimawandel und seine unaufhaltsamen Folgen mehr Raum erhalten.