München, Wolfenbüttel (epd). Ein weltweit einmaliger Bestand an mittelalterlichen und neuzeitlichen Handschriften kann künftig noch besser erforscht und digitalisiert werden. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft habe für das Projekt "Handschriftenportal" fast fünf Millionen Euro für weitere drei Jahre bewilligt, teilten die Bayerische Staatsbibliothek und die Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel am Freitag mit. An dem Vorhaben ist zudem die Staatsbibliothek in Berlin sowie die Universitätsbibliothek Leipzig beteiligt.

Kern des Projekts ist der Aufbau eines bundesweiten Webportals, das zentral Informationen zu Handschriften in deutschen Sammlungen bündelt. In diesem Sommer soll das "Handschriftenportal" mit grundlegenden Funktionen online gehen. Dazu zählen das Verwaltungssystem für die Daten, eine Einspeisung neuer Daten in großem Umfang sowie eine intuitiv nutzbare Suche und Anzeige.

In der nun bewilligten zweiten Förderphase sollen neue Angebote hinzukommen. Forscher und die interessierte Öffentlichkeit können dann über das Portal weltweit ungehindert kostbare Manuskripte vergangener Epochen betrachten und den aktuellen Kenntnisstand zu diesen als einmalig geltenden Buchobjekten recherchieren. Das "Handschriftenportal" stelle in hoher Qualität wissenschaftliche Beschreibungen, Bibliotheksdaten und digitale Reproduktionen der einzigartigen handschriftlichen Kulturzeugnisse Deutschlands bereit, hieß es.

Aktuell sind Forschungsdaten zu bereits mehr als 70.000 Handschriften im Portal zu finden. Die Bayerische Staatsbibliothek ist eigenen Angaben zufolge mit ihrer weltweit bedeutenden Handschriftensammlung mit über 49.000 einschlägigen Objekten der größte Content Provider für das Handschriftenportal. Sie stellt mehr als 15.000 wissenschaftliche Beschreibungen und mehr als 10.000 Volldigitalisate zu eigenen Beständen zur Verfügung.