München (epd). Bayern investiert nach Überzeugung der bayerischen VdK-Vorsitzenden Ulrike Mascher zu wenig in die Barrierefreiheit. Dabei steige die Zahl der Schwerbehinderten im Freistaat ständig, sagte Mascher am Mittwoch laut einer Mitteilung des Sozialverbands zum Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung (5. Mai). 1,93 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner Bayerns haben laut VdK eine Behinderung, das seien 9,35 Prozent der Bevölkerung. "Inklusion ist also kein Nischenthema. Mangelnde Barrierefreiheit betrifft nicht eine kleine Minderheit, sondern jeden elften Menschen in Bayern", sagte Mascher.

Seit der Landtagsdebatte zum Haushalt 2022 sei klar, dass die Staatsregierung ihr Ziel "Bayern barrierefrei 2023" nicht erreiche. "Das Inklusionsversprechen darf nicht einfach einkassiert werden", sagte Mascher. Der VdK Bayern fordere mehr Investitionen und die Verschärfung von Gesetzen, um allen Menschen in Bayern, unabhängig von Behinderung und Alter, die volle Teilhabe zu ermöglichen. Der aktuelle Haushalt der Staatsregierung sehe 146 Millionen Euro für Maßnahmen zum Ausbau der Barrierefreiheit vor. Das sei zwar der höchste Betrag seit 2018, es gebe aber einen enormen Rückstau. Deswegen werde dieses Geld nicht genügen, kritisierte Mascher.