Irsee (epd). 80 Jahre nach der Schoa nehmen antisemitische Hetze, Gewalttaten und Anschläge gegen Juden in Deutschland zu. Dabei leben seit 1.700 Jahren Juden auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands. Im bayerischen Schwaben sei mit Joseph de Augusta im Jahr 1208 erstmals ein Jude urkundlich erwähnt, teilt die Schwabenakademie in Irsee (Landkreis Ostallgäu) am Freitag in einer Tagungsankündigung mit. Sie will bei ihrer "33. Tagung zur Geschichte und Kultur der Juden in Schwaben" vom 17. bis 18. Mai der Frage nachgehen, wie angemessen an jüdische Geschichte erinnern werden kann. "Es muss doch möglich sein, dass Juden in Deutschland selbstverständlich, frei und ungestört leben können wie andere Bürger auch", heißt es.
Referenten sind in Schwaben lebende Juden, die über "Normalität heute" sprechen, und Historiker, die die Perioden von Normalität, Nachbarschaft und Konflikten in der jüdischen Geschichte Deutschlands beleuchten. Evangelische Perspektiven aus Bayern auf Judentum und jüdisches Leben zwischen 1806 und 1945 bringt der Theologe Axel Töllner vom Institut für Christlich-Jüdische Studien und Beziehungen an der Augustana-Hochschule Neuendettelsau ein.