München, Berlin (epd). Finanzinvestoren nehmen immer mehr Einfluss auf das Gesundheitswesen. Das stellt die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB) in einer Studie fest, die im vergangenen Jahr beim IGES Institut in Berlin in Auftrag gegeben worden war und nun vorliegt. Laut der Versorgungsanalyse nimmt die Anzahl von Medizinischen Versorgungszentren (MVZ), deren Eigentümer Finanzinvestoren sind, zu. In Bayern habe sich die Anzahl der Praxisstandorte von Beteiligungskapitalgesellschaften innerhalb des zweijährigen Untersuchungszeitraums um 72 Prozent erhöht. Sie machten im vierten Quartal 2019 zehn Prozent aller MVZ-Praxen aus.

Wörtlich heißt es in dem Gutachten: "Das vom Gesetzgeber angestrebte Ziel, den Zugang von Finanzinvestoren in die ambulante vertragsärztliche Versorgung wirksam zu begrenzen, wird klar verfehlt." Der Vorstand der KVB betonte in einer Meldung vom Donnerstag, dass die Gesundheit der Menschen nicht zum Spekulationsobjekt werden dürfe. Er forderte vom Gesetzgeber klare Vorgaben in Bezug auf die Transparenz der Gesellschafterstruktur und die Zulassung und Gestaltung solcher von Investoren getragenen Medizinischen Versorgungszentren.