Würzburg (epd). Der vom 1. bis 4. Mai geplante11. Internationale Kongress für Psychotherapie und Seelsorge in Würzburg findet ohne Corona-Beschränkungen statt. Wie die veranstaltende Akademie für Psychotherapie und Seelsorge (APS) aus Bad Homburg mitteilte, seien durch die neuen Corona-Regeln keine Kapazitätsbeschränkungen mehr vorgeschrieben. Auch seien "Masken und Abstand nicht mehr zwingend erforderlich", hieß es weiter. Das Thema des APS-Kongresses lautet dieses Jahr "Zukunftssicher - Wenn Angst und Polarisierung auf Hoffnung und Liebe treffen".

Einer der Hauptreferenten des Kongresses ist der bayerische evangelische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm. Den Angaben zufolge wird der Theologe über "Klimaproblematik und Corona-Krise" sprechen - und was man dabei über menschliche Änderungsresistenz, Änderungsmöglichkeiten und die Instrumentalisierung der Angst lernen könne. Dabei gehe Bedford-Strohm auch der Frage nach, "inwiefern Religion helfen kann, Angst zu überwinden". Bei dem Kongress finden insgesamt mehr als 100 Veranstaltungen statt, es werden mehr als 1.000 Teilnehmer erwartet.

Mit dem gesetzten Thema wollen die Veranstalter "dem zur Zeit dominierenden Thema Angst" mit "Lösungsansätzen aus Sicht der Psychotherapie und des christlichen Glaubens" begegnen. APS-Chef Martin Grabe zufolge ist das Kongress-Thema aktueller denn je: "Viele Menschen haben jetzt Angst vor der Zukunft." Und sie hätten Grund dazu angesichts des Ukraine-Krieges. Doch sei Angst schon immer ein schlechter Ratgeber gewesen. Es sei wichtig, "die Quellen der Angst zu verstehen", um nicht von der Angst getrieben "destruktiv zu agieren", erläuterte Grabe.

Die APS ist ein Verein und will konfessionsübergreifend christliche Psychotherapeuten und Seelsorger miteinander in konstruktive Fachgespräche bringen. In die Kritik war die APS im Jahr 2009 wegen der Beteiligung dreier "Homoheiler" an ihrem Kongressprogramm in Marburg geraten. Diese drei Referenten hatten Kritikern zufolge die These vertreten, dass Homosexualität sündhaft und heilbar sei. Davon hatte sich die APS zwischenzeitlich distanziert. Auch 2019 hatte es rund um den und am Veranstaltungsort in Würzburg Proteste und Schmierereien gegeben.