München (epd). Für die steigenden Kosten in der Pflege ist laut Krankenkasse Barmer nicht die Alterung der Gesellschaft, sondern vor allem die Pflegereform von 2017 verantwortlich. In ihrem am Donnerstag vorgestellten Pflegereport verweist die Kasse auf die 2017 eingeführten Pflegegrade, die den Kreis der Berechtigten erweitert hätten. "Hatten in Bayern im Jahr 2017 noch 20.700 Menschen den Pflegegrad eins, waren es im Jahr 2024 bereits 117.500", erklärte Alfred Kindshofer, Landesgeschäftsführer der Barmer in Bayern, bei der Vorstellung der Zahlen.

Menschen mit Pflegegrad eins haben laut Leistungskatalog Anspruch auf einen monatlichen Entlastungsbeitrag von 131 Euro sowie auf Erstattung von Pflegehilfsmitteln in Höhe von 42 Euro. Insgesamt ist die Zahl der Pflegebedürftigen in Bayern seit 2017 laut Report um 62 Prozent gestiegen, von 385.600 auf rund 626.500 im Jahr 2024.

"Pflegeversicherung verfehlt ihr selbstgestecktes Ziel"

Gleichzeitig seien auch die monatlichen Eigenanteilskosten für die stationäre Pflege seit 2018 um 86 Prozent gestiegen, von 1.766 Euro auf 3.286 Euro im Jahr 2025. Die Pflegeversicherung drohe damit "ihr selbstgestecktes Ziel, pflegebedingte Verarmung und Abhängigkeit von staatlicher Unterstützung zu vermeiden" zu verfehlen, sagte Kindshofer. Die Pflegeversicherung müsse deshalb "umgehend reformiert und finanziell stabilisiert werden. Die Beitragszahlerinnen und Beitragszahler dürfen nicht noch stärker belastet werden".