München (epd). Der Patienten- und Pflegebeauftragte der Bayerischen Staatsregierung, Peter Bauer (Freie Wähler), fordert Ombudsstellen für die Angehörigen von Bewohnern von Pflege- und Behinderteneinrichtungen in allen Landkreisen und kreisfreien Städten. Ein geplantes Pflege-SOS-Telefon, das Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) vor kurzem angekündigt hatte, halte er für einen richtigen erster Schritt und schnell umsetzbar, so Bauer laut einer Mitteilung vom Mittwoch. Ombudsstellen halte er auch deshalb für wichtig, weil manche Menschen Angst hätten, Fachstellen für Pflege- und Behinderteneinrichtungen (FQAs) über Mängel zu informieren. "Wer Angst hat, seinen Angehörigen in der Einrichtung zu schaden, wenn er Behörden einschaltet, sollte daher vor Ort die Möglichkeit einer Kontaktperson oder Kontaktstelle haben, die für ihn die weiteren Schritte übernimmt", erklärte der Beauftragte.

Bauer will außerdem die Prüfungen von Heimen durch FQAs und den medizinischen Dienst Bayern zusammenführen und die Prüfungsergebnisse transparenter machen. Dies könnte in Form von Qualitätssiegeln geschehen. "Wenn gravierende Verstöße und Mängel in Einrichtungen festgestellt werden, die sogar die Gesundheit der Bewohnerinnen und Bewohner gefährden, dann müssen die Aufsichtsbehörden schneller und härter handeln können", stellte der Landtagsabgeordnete fest. Eine Schonfrist dürfe es nicht mehr geben.