München (epd). Im April erinnert eine Videoinstallation am Deutschen Theater München an den beim Olympia-Attentat 1972 getöteten israelischen Schiedsrichter Yossef Gutfreund. Zum 50. Jahrestag der Olympischen Spiele steht jeden Monat eines der zwölf Opfer im Mittelpunkt des Gedenkens, teilten das Jüdische Museum München und das Deutsche Theater München am Freitag mit. Das Projekt steht unter dem Titel "Zwölf Monate - Zwölf Namen".
Am 5. September 1972 nahmen palästinensische Terroristen Mitglieder der israelischen Olympia-Mannschaft als Geiseln. Der Befreiungsversuch am Fliegerhorst Fürstenfeldbruck scheiterte, ein bayerischer Polizist und alle elf israelischen Geiseln starben. Zu ihnen zählte auch der Holocaust-Überlebende und zweifache Familienvater Yossef Gutfreund, der 1972 olympischer Wettkampfrichter im Ringen war.
Am Vorabend des Attentats besuchte Gutfreund mit weiteren Mitgliedern der israelischen Delegation das Deutsche Theater, um sich dort das Musical "Anatevka" anzusehen. Den April über soll daher nun eine Videoinstallation im Außenbereich des Deutschen Theaters das Leben von Gutfreund vorstellen. Offizieller Start ist am 7. April, unter anderem mit der Generalkonsulin des Staates Israel, Carmela Shamir.