Würzburg (epd). Erstmals hat das Martin-von-Wagner-Kunstmuseum der Uni Würzburg einen Künstler damit beauftragt, einen Gemäldezyklus eigens für eine Ausstellung in der Residenz zu schaffen. Der gelernte Maskenbildner Jaroslav Dražil hat dafür 13 großformatige Werke gemalt und dafür das Thema der biblischen Evangelien gewählt. Am Freitagabend wurde die Ausstellung im Beisein von Würzburgs Oberbürgermeister Christian Schuchardt (CDU) und Uni-Kanzler Uwe Klug eröffnet.
Auftraggeber des 38-jährigen Dražil war der Leiter der Gemäldegalerie, Kunstgeschichtsprofessor Damian Dombrowski. Der ordnete vor dem voll ausgelasteten Festsaal im Südflügel des Schlosses die neutestamentliche Gemäldereihe in die Gegenwartskunst ein: In der sei "religiöse Kunst eine Nischenkunst abseits des Diskurses". Gerade diese Distanz entspreche aber genau dem "Abstand zwischen Gesellschaft und Religion". Dabei solle Kunst gerade "auch das Unzeitgemäße behandeln".
Dražil setzt in den Bildern vorwiegend junge Menschen der Gegenwart in Posen, die der christlichen Ikonografie ähneln, in einigen Fällen direkt auch dazugehören. Im Vordergrund blühen stets Blumen, auf dem zentralen Gemälde der Ausstellung "Factum Est" schwimmt der Gekreuzigte als Erlöser in einem Blütenmeer. Je ein weiteres Werk hängt im Museum am Dom und in der Würzburger Kirche St. Johannis. Museum, Landeskirche und Akademie Domschule unterstützten den Druck eines Katalogs.