Nürnberg (epd). Je ein Friedhof in den sechs Kirchenkreisen der evangelisch-lutherischen Kirche in Bayern (ELKB) wird zwischen Mai und Ende September Schauplatz zeitgenössischer Kunst. Auf dem Nürnberger Johannisfriedhof werde die Ausstellung "...unendlich still" am Mittwoch (11. Mai, 19 Uhr) eröffnet, teilte das Büro der evangelischen Regionalbischöfin Elisabeth Hann von Weyhern mit.
Acht der teilnehmenden Künstlerinnen und Künstler stellen auf dem historischen Friedhof moderne Kunst aus: Ursula Achternkamp, Hubertus Hess, Angelika Huber, Ursula Kreutz, Birgit Ramsauer, Pirko Julia Schröder, Susanne Stiegeler und Matthias Ströckel. Mit ihren oftmals direkten und provozierenden Arbeiten wollten sie Debatten über die Hintergründe und Folgen des Umgangs mit dem Tod anstoßen, heißt es in der Mitteilung.
Mit dem Projekt wolle man den Ort der Auseinandersetzung mit dem Sterben auf künstlerische Weise durch Video, Fotografie, Malerei, Zeichnung, Sound, Installationen und Skulpturen wieder stärker ins Bewusstsein rücken, erklärte der Leiter des Kunstreferats der bayerischen evangelischen Landeskirche, Helmut Braun. Kunst könne eine Friedhofsanlage zu einem lebendigen Denk- und Experimentierraum erweitern. Etwa die Hälfte der Arbeiten der vorwiegend aus Bayern stammenden Kunstschaffenden sei eigens für die Ausstellung entstanden. Kein Ausstellungsort gleiche dem anderen. Das Kunstreferat hatte für das Projekt zunächst den Titel "unendlich schön" vorgesehen. Angesichts des russischen Angriffs auf die Ukraine habe man ihn in "…unendlich still" geändert, hieß es.
Weitere Stationen sind der Stadtfriedhof Ansbach, der evangelische Friedhof in Oberallershausen (Landkreis Freising), der evangelische Zentralfriedhof in Regensburg, der Protestantische Friedhof in Augsburg, der Nürnberger Johannisfriedhof und der Stadtfriedhof Bayreuth.