München (epd). Bayern will angesichts der Sanktionen gegen Russland Forschende aus Russland abwerben. "Die institutionelle Zusammenarbeit unserer Hochschulen mit Russland liegt komplett auf Eis, nicht aber die individuelle", sagte der neue Wissenschaftsminister Markus Blume (CSU) dem Münchner Merkur (Freitagsausgabe). Bayern rufe die Forschenden auf, sich wegen des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine von Präsident Wladimir Putin abzuwenden und nach Deutschland zu kommen.

"Unsere Arme sind offen für alle klugen Köpfe, die sich vom System Putin abwenden oder vielleicht sogar fliehen müssen", sagte Blume. Er sehe erhebliches Potenzial für Wissenschaft, Forschung und auch Kunst. "Russland steht vor einem Exodus von Wissenschaftlern und Künstlern. Tausende haben enormen Mut gezeigt, gegen Putin und den Angriffskrieg die Stimme zu erheben." Außerdem stünden Schulen und Hochschulen in Bayern den ukrainischen Geflüchteten offen.

Er fürchte, "dass wir uns auf eine längere Kriegsphase in der Ukraine einstellen müssen. Deshalb werden wir uns auch an unseren Schulen und Hochschulen um die jungen Menschen kümmern". Blume sagte, dass viele der Geflüchteten, die in Bayern nun ankommen, hervorragend ausgebildet seien. "In den Naturwissenschaften haben sie zum Teil ein exzellentes Ausbildungsniveau."