Ansbach, Hersbruck (epd). Der letzte Überlebende des Massakers von Oradour-sur-Glane, Robert Hébras, ist tot. Er starb im Alter von 97 Jahren, teilte der Bezirk Mittelfranken am Montag mit. Das Massaker in dem kleinen Ort im Departement Haute-Vienne, der heutigen Partnerregion Mittelfrankens, gilt als das schwerste Kriegsverbrechen von Deutschen in Frankreich. 642 Menschen kamen im Juni 1944 ums Leben, darunter mehr als 450 Frauen und Kinder. Hébras war einer von sechs Menschen, die das Massaker überlebten.

Hébras habe sich unermüdlich für eine Versöhnung und eine zukunftsgerichtete Partnerschaft zwischen Deutschen und Franzosen eingesetzt und dafür unter anderem das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse erhalten, hieß es weiter. Der Bezirk trauere um einen unermüdlichen Kämpfer für die Aussöhnung zwischen Deutschland und Frankreich, erklärte Bezirkstagspräsident Armin Kroder (Freie Wähler). Er werde mit einer Delegation des Bezirks nach Frankreich reisen. Dabei werden auch Vertreter der Stadt Hersbruck sein. Hersbruck und Oradour-sur-Glane planen seit zwei Jahren eine Kommunalpartnerschaft.

Auch die Stiftung Bayerische Gedenkstätten habe guten Kontakt mit Robert Hébras gehabt, teilte Stiftungsdirektor Karl Freller mit. Er habe sich wiederholt mit ihm getroffen und sei von ihm tief beeindruckt gewesen, sagte Freller, der auch Vizepräsident des Bayerischen Landtags ist. "Wer sich bei solch einem Schicksal für Versöhnung einsetzt, ist ein Vorbild für die Welt".