Hilpoltstein (epd). Die vom bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) angedachte Ausnahme von der 10-H-Regelung für Windkraft-Vorranggebiete begrüßt der bayerische Landesbund für Vogelschutz (LBV). Solche Vorranggebiete für Windkraft mit einer Ausnahme von der 10-H-Regel wären "ein wichtiger erster Schritt hin zu einem naturverträglichen Ausbau der regenerativen Energien in Bayern", sagte der LBV-Vorsitzende Norbert Schäffer am Dienstag in Hilpoltstein. Aus Naturschutz-Sicht sensible Gebiete müssten aber "weiterhin konsequent von Windkraft freigehalten werden".

Der LBV hatte stets darauf hingewiesen, dass ohne die umstrittene 10-H-Regel genügend Platz für den dringend notwendigen Ausbau der Windkraft in Bayern wäre, ohne dabei die Artenvielfalt weiter zu schwächen. Nach der 10-H-Regelung müssen Windkraftanlagen mindestens das Zehnfache ihrer Höhe von der nächsten Wohnbebauung entfernt errichtet werden. Diese Regel hat Kritikern zufolge den Ausbau der Windkraft in Bayern faktisch lahmgelegt. In den sogenannten Regionalplänen waren bereits vor Einführung der 10-H-Regel Vorranggebiete für Windkraft festgelegt worden, hieß es.

Diese Vorranggebiete müssten "eigentlich nur kurzfristig überprüft und eventuell angepasst werden, um dort dann so rasch wie möglich Planungsoptionen für die Windkraftanlagen zu ermöglichen", sagte Schäffer. Gerade wegen der 10-H-Regel waren zuletzt zunehmend auch Windkraft-Standorte in intakten Waldgebieten ins Auge gefasst worden, kritisierten die Naturschützer. Wälder hätten jedoch eine "überragende Funktion als Lebensraum, für den Wasserhaushalt, das regionale Klima und die Erholung der Bevölkerung". Diese Funktionen dürften "nicht infrage gestellt werden", sagte Schäffer.