Pappenheim (epd). Nach den Krisen der vergangenen Jahre befinden sich viele junge Menschen laut Landesjugendpfarrer Tobias Fritsche in einer persönlichen "Energiekrise". Angesichts von Pandemie, Klimawandel und Krieg fühlten sie sich überfordert und gestresst, sagte Fritsche am Dienstag bei der Landeskonferenz der Hauptberuflichen in der Jugendarbeit in Pappenheim vorstellte. Der evangelische Pfarrer schilderte in seinem Bericht aber auch, dass sich Jugendgruppenarbeit - besonders die Jugendfreizeiten im vergangenen Sommer - als "Energiebooster" herausgestellt hätten. Bei diesen Angeboten könnten die jungen Leute Selbstvertrauen tanken und würden wahrgenommen.
Bei der evangelischen Jugend in Bayern sei die Arbeit nach der Pandemie teils bei Null gestartet, viel ehrenamtliches Engagement sei verloren gegangen. Gleichzeitig biete die Jugendarbeit in vielen Prozessen der bayerischen evangelischen Landeskirche die "Speerspitze" von Innovationsfreude. "Ganz sicher werden wir alle in der Jugendarbeit in den kommenden Jahren ein besonderes Augenmerk auf Erfahrungen legen müssen, die sich mit dem Stichwort Resilienz verbinden. Denn: Transformation ist das 'neue Normal'", sagte Fritsche. Das seelische Immunsystem von Kindern und Jugendlichen sowie der Mitarbeitenden müsse gestärkt werden.
Aktuelle Fragen im Amt für Jugendarbeit seien beispielsweise die Landesstellenplanung, der Kirchentag in Nürnberg als Großprojekt sowie die Kooperation zwischen Jugendarbeit und Schulen. Weiteres großes Thema ist die Fusion der drei Einrichtungen Amt für evangelische Jugendarbeit, Amt für Gemeindedienst und Gemeindeakademie Rummelsberg ab 2024. Fritsche unterstrich vor der Konferenz, dass die Jugendarbeit nicht an ihrem Prinzip der Partizipation rütteln lasse. "Jugendliche dürfen bei uns nicht nur mitreden, sondern mitentscheiden".
Noch bis Donnerstag tagen unter dem Motto "Transformers - heute die Zukunft verändern" etwa 220 Verantwortliche der Jugendarbeit aus ganz Bayern im Evangelischen Bildungs- und Tagungszentrum in Pappenheim.