Nürnberg (epd). In einem Festgottesdienst in der Nürnberger Sebalduskirche ist am Dienstagnachmittag der Präsident der Diakonie Bayern, Michael Bammessel, in den Ruhestand verabschiedet worden. In seiner Predigt über die Hoffnung sagte Bammessel, "Operation Hoffnung" könnte ein passender Name für die Diakonie sein. Sie kümmere sich um Jugendliche aus schwierigsten Verhältnissen oder um Straffällige, die mehrmals rückfällig wurden, oder pflege hochgradig demente Menschen, deren Angehörige überfordert seien - "weil wir für jeden Menschen Hoffnung haben".
Allerdings sei auch bei der Diakonie nicht alles wunderbar, räumte Bammessel ein. "Bei uns arbeiten Menschen mit allen ihren Begrenztheiten, Fehlern, Eitelkeiten, Komplexen und Versuchlichkeiten". Die Geschichte der Diakonie zeige beispielsweise beschämende Fehler in der früheren Heimerziehung. Er habe in den vergangenen zehn Jahren ganz große Hochachtung bekommen vor dem, was viele Mitarbeitende der Diakonie täglich leisteten. Es müsse von der Diakonie aber kein Idealbild gezeichnet werden.
Der bayerische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm sagte bei der Verabschiedung, Bammessel habe in seinem Wirken "das Wort Frömmigkeit in seiner ganzen Weite ernst genommen". Daher habe er immer wieder deutliche Worte der Anwaltschaft für die Armen gefunden, "bei denen manchem politisch Verantwortlichen die Ohren geklungen haben". Bammessel stehe für "die treue, glaubwürdige und authentische Verkündigung des Evangeliums". Damit habe er die Diakonie Bayern geprägt.
Der scheidende Diakoniepräsident war nach seinem Theologiestudium Vikar in der Oberpfalz, Pfarrer in St. Johannis in Nürnberg, Dozent am Nürnberger Predigerseminar und Pfarrer in Stadtteil Gostenhof. 1999 übernahm Bammessel den Posten als Stadtdekan von Nürnberg und den Vorsitz der Stadtmission Nürnberg. Rund elf Jahre stand Bammessel, der am 1. Juni 66 Jahre alt wird, der Diakonie vor. Mehr als 20 Jahre gehörte er der evangelischen Landessynode an und war auch Mitglied des Landessynodalausschusses.