Nürnberg (epd). Das Großprojekt "Evangelischer Campus Nürnberg" der evangelischen bayerischen Landeskirche wird teurer als bisher geplant. Wie Projektleiter Stefan Ark Nitsche dem Evangelischen Pressedienst (epd) am Montag sagte, rechne man für den Umbau des Gebäudekomplexes an der Bayreuther Straße 1 wegen steigender Baupreise mit rund 140 Millionen Euro Kosten. Zuvor war man von 121,4 Millionen Euro ausgegangen. In die bisherigen Kalkulationen seien zwar schon Preissteigerungen eingerechnet gewesen, die jetzige Entwicklung auf dem Bausektor sei aber nicht vorhersehbar gewesen, so Nitsche. Der Haushalt der Landeskirche werde durch die Erhöhung der Bausumme nicht belastet.

Die Mehrkosten könnten durch mehrere Faktoren aufgefangen werden, erklärte Nitsche. So sei zum Beispiel daran gedacht, die Mieten für zukünftige externe Mieter in dem 25.000 Quadratmeter großen Komplex höher zu kalkulieren oder Effekte aus der Umsatzsteuer mitzunehmen. Außerdem könne man inzwischen mit höheren Fördergeldern für die energetische Sanierung rechnen. Der frühere Nürnberger Regionalbischof versicherte, dass die vorgesehenen drei Prozent Rendite auf Eigenkapital der Landeskirche, das in dem Projekt steckt, gesichert seien. Die ehemalige Oberpostdirektion in Nürnberg, ein rund 50 Jahre alter Bau, hatte die Landeskirche vor fünf Jahren für 49 Millionen Euro als Ertragsimmobilie gekauft.

Einsparpotenzial habe der Projektlenkungsausschuss am Bau nicht mehr gesehen, sagte Nitsche. Attraktionen sollen eine Fassade aus Holz und Glas, ein 600 Quadratmeter großer Saal, eine Skylounge und der "Campus der Stille" sein. Wenn voraussichtlich im Jahr 2025 das Gebäude bezogen wird, soll auf den 6.000 Quadratmetern Dachfläche Grün angepflanzt sein. Auf 2.000 Quadratmeter ist Photovoltaik geplant, die 100.000 Kilowattstunden Strom jährlich produziert.

Das größte Kirchenbauprojekt der letzten 100 Jahre, zwei U-Bahn-Stationen vom Nürnberger Hauptbahnhof entfernt, soll einmal die Evangelische Hochschule Nürnberg und die Rummelsberger Akademien beherbergen. Einrichtungen der Landeskirche, wie die Evangelische Jugend oder das Amt für Gemeindedienst, der CVJM oder die Evangelische Schulstiftung bekommen hier Platz.