Nürnberg, Feucht (epd). Ein neues großes Bündnis "Rettet den Reichswald" will gemeinsam gegen geplante Eingriffe in die Natur wie ein ICE-Instandhaltungswerk, eine Amazon-Ansiedlung, Gewerbegebiete, Sandabbau, Straßenbau oder die Stromleitung "Juraleitung P53" vorgehen. Dem Bündnis hätten sich der Landesbund für Vogelschutz (LBV) und fünf Bürgerinitiativen angeschlossen, teilte der Bund Naturschutz (BN) am Donnerstag in Nürnberg mit. Über das "Bündnis Feucht" sind weitere Initiativen vertreten. Das Bündnis der Trassengegner mit etlichen lokalen Initiativen sei ebenfalls vertreten. Man wolle vor allem das ICE-Instandsetzungswerk im Wald abwehren und stattdessen den alternativen Standort im Nürnberger Hafen durchsetzen. Nun würden Einwendungen gegen ein eingeleitetes Raumordnungsverfahren gesammelt, teilte der BN mit.
Der Reichswald, die grüne Lunge des Großraums Nürnberg, dürfe nicht durchlöchert werden, sagte Richard Mergner, Landesvorsitzender des BN. Immer wieder werde der Reichswald als billige Flächenreserve missbraucht, kritisierte er. Mergner betonte aber auch, dass das Bündnis zu einer Verkehrswende stehe und den Bedarf eines ICE-Instandhaltungswerks nicht infrage stelle. "Es gibt alternative Standorte wie den Nürnberger Hafen, die deutlich umweltverträglicher sind."
Dieser alternative Standort sei planerisch und technisch machbar, erklärte Klaus-Peter Murawski, erster Vorsitzender der BN-Kreisgruppe Nürnberg-Stadt. Die Verantwortlichen bei der Bahn hätten den Hafenstandort aus politischen Gründen abgelehnt.