München, Weimar (epd). Die Goethe-Medaille geht in diesem Jahr an vier Kulturschaffende aus Afrika und Indien. Mit dem wichtigsten Preis der auswärtigen Kulturpolitik ehre Deutschland den Multimedia-Künstler Mohamed Abla aus Ägypten, die Direktorin des Johannesburg Holocaust & Genocide Centre, Tali Nates, aus Südafrika sowie die Künstlerinnen des Sandbox Collective, Nimi Ravindran und Shiva Pathak, aus Indien, teilte das Goethe-Institut am Mittwoch in München mit. Alle vier Preisträger träten ein für Meinungsfreiheit und gegen Gewalt.

Der 69-jährige Mohamed Abla verstehe sich als Mittler zwischen Ägypten und Europa, so die Begründung der Jury. Seit Jahrzehnten engagiere er sich insbesondere in der ägyptischen Kulturszene für Verständigung und Diversität und setze sich für Meinungsfreiheit ein.

Die 1961 geborene Tali Nates habe mit dem Johannesburg Holocaust & Genocide Centre einen zentralen Ort der Erinnerung in Südafrika gegründet. Das Zentrum arbeite die Geschichte von Völkermorden anhand von Fallstudien über den Holocaust sowie über den Genozid in Ruanda von 1994 auf.

Das Sandbox Collective habe sich in seiner künstlerischen Arbeit immer wieder kritisch mit Konzepten von Identität, Inklusivität und Diversität auseinandergesetzt. Dabei bezögen die Künstlerinnen Nimi Ravindran und Shiva Pathak Stellung gegen nationalistische, religiöse und fundamentalistische Politik in Kunstkreisen und darüber hinaus.

Die Goethe-Medaille ist seit 1975 offizielles Ehrenzeichen der Bundesrepublik Deutschland. Verliehen wird sie am 28. August in Weimar.