München, Herzogenaurach (epd). Die bayerischen DGB-Frauen verleihen dem Sportartikelhersteller Adidas ihren "Un-Gleichstellungspreis". Sie kritisieren damit eine Werbekampagne für Sport-BHs, die 64 unterschiedlich geformte entblößte Brüste in verschiedenen Hautfarben zeigt. Unter dem Deckmantel, für die BHs zu einem von Vielfalt geprägten Verständnis des weiblichen Körpers beizutragen, stelle Adidas großflächig Frauenbrüste außerhalb des "Normbusens" zur Schau, heißt es in der Mitteilung der DGB-Frauen vom Dienstag, dem Weltfrauentag.
"Sexismus wird nach wie vor als erfolgreiches Mittel in der Werbung genutzt, dem kaum gesetzliche Schranken gesetzt sind", sagte Verena Di Pasquale, stellvertretende Vorsitzende des DGB Bayern. Um auf Diversität aufmerksam zu machen, brauche es keine nackten Brüste im öffentlichen Raum. Dies sei eine diskriminierende Darstellung, die Fragen von Gleichheit, Freiheit und Grundrechten berühre. Bettina Messinger, Vorsitzende des DGB-Bezirksfrauenausschusses, erklärte, die Frauen würden in der Werbung auf ihre Brüste reduziert. "Damit gleicht die Kampagne einer ‚Fleischbeschau‘, die in höchstem Maße respekt- und würdelos ist, aber dem Unternehmen größtmögliche Aufmerksamkeit garantiert"
Adidas hatte bereits Mitte Februar Kritik an der Kampagne zurückgewiesen. Sie solle verdeutlichen, dass es den einen "Normbusen" nicht gibt, so Adidas-Sprecher Oliver Brüggen.
Im DGB Bayern sind nach eigenen Angaben mehr als 240.000 Gewerkschafterinnen organisiert. Seit 2016 verleihen die DGB-Frauen ihren Un-Gleichstellungspreis für gravierende Verstöße gegen die Gleichstellung von Frauen und Männern.