München, Nürnberg (epd). Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) hat von der Bundesregierung einen Energiekostenzuschuss auch für Pflegedienste gefordert. Holetschek forderte am Sonntag den Bund auf, Einrichtungen der Pflege bei der geplanten Energiekostenentlastung gezielt zu berücksichtigen. Insbesondere ambulante Pflegedienste und Tagespflegeeinrichtungen seien von den stark gestiegenen Kraftstoffkosten belastet. Die vorgesehene und zudem noch auf drei Monate begrenzte Senkung der Energiesteuer reiche zur Entlastung bei Weitem nicht aus.

"Eine Entlastung beim Dieselpreis um 14 Cent pro Liter ist hier viel zu wenig, denn die Kosten für Diesel sind im Vergleich zum Jahresdurchschnitt 2021 um rund 80 Cent pro Liter gestiegen", teilte der Minister mit. Besonders Einrichtungen im ländlichen Raum seien betroffen. Die ambulanten Pflegedienste und Tagespflegeeinrichtungen könnten zwar die Fahrtkostenpauschalen neu verhandeln. Das Verfahren sei jedoch langwierig und könnte damit erst in Zukunft Entlastung bringen. Die gestiegenen Energiepreise wirkten sich auch in anderen Bereichen des Gesundheitswesens aus, etwa beim Betrieb von Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen. "Auch das müssen wir im Blick behalten", so der Minister.

Bereits am Freitag hatte die Diakonie Bayern an die Politik appelliert, bei der Entlastung die Anbieter sozialer Dienste nicht zu vergessen. Sandra Schuhmann, Vorständin Gesundheit und Teilhabe, hatte als Beispiel angeführt, dass bei einem Diakonie-Träger aus Oberfranken aktuell die Ausgaben für Strom um 50 und für Gas um 70 Prozent stiegen und zusammen nun bei weit über einer Million Euro lägen. Bei der Beförderung von Schulkindern und Menschen mit Behinderung fielen bei einem weiteren Träger statt knapp 10.000 Euro pro Monat im vergangenen Jahr jetzt bereits 14.000 Euro monatlich an.