Bayreuth, Marburg (epd). Wissenschaftler mehrerer Universitäten wollen untersuchen, wie Hierarchien aus der Kolonialzeit in aktuellen Konflikten wirken. Beteiligt sind die Universitäten Bayreuth, Marburg und Erfurt sowie das Arnold-Bergstraesser-Institut in Freiburg. Die Federführung liege in Marburg, teilte die dortige Philipps-Universität am Donnerstag mit.

Die Forscher gingen von der Beobachtung aus, dass auch lange nach dem Ende der Kolonialzeit Hierarchien aus dieser Zeit einen großen Einfluss auf heutige Gewaltkonflikte haben - und zwar sowohl in den ehemals kolonialisierten Gesellschaften als auch in den Gesellschaften der früheren Kolonialmächte. Ein Ziel sei es, daraus neue Konzepte und Erklärungsansätze für die Friedens- und Konfliktforschung zu entwickeln. Außerdem soll eine weltweit erreichbare virtuelle Enzyklopädie zu diesen Themen entstehen.

Das wissenschaftliche Netzwerk hat am 1. April seine Arbeit aufgenommen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert es mit knapp vier Millionen Euro.