Pappenheim (epd). Die Evangelische Jugend in Bayern (ejb) spricht sich gegen ein pauschales Social-Media-Verbot für junge Menschen aus. "Ein Verbot mag als entschlossenes Signal wirken. Als nachhaltige Strategie für eine digitalisierte Gesellschaft taugt es nicht", heißt es in einem am Donnerstag veröffentlichten Beschluss des ejb. Rund 200 Verantwortliche der Jugendarbeit aus ganz Bayern hatten sich in Pappenheim zu ihrer mehrtägigen Landeskonferenz getroffen, um über "Künstliche Intelligenz und ihre Auswirkungen" zu beraten.

Statt eines Verbots brauche es verbindliche Regelungen zur Nutzung digitaler Medien an Schulen, außerdem müsse die Medienbildung an Schulen ausgebaut werden, forderte die ejb. Mehrere Parteien hatten sich zuletzt dafür ausgesprochen, dass Plattformen wie Instagram, TikTok oder Facebook für Jugendliche unter 14 Jahren verboten werden sollten. CSU-Parteichef Markus Söder zeigt sich bislang eher skeptisch. Von einer starren Altersgrenze hält die Evangelische Jugend ebenfalls wenig. KI sei längst in der Lebenswirklichkeit junger Menschen angekommen, sagte der ejb-Vorsitzende Malte Scholz.

Ziel muss verantwortungsvoller Umgang sein

Ziel müsse sein, junge Menschen zu befähigen, digitale Plattformen, Social Media und KI-Anwendungen "reflektiert, resilient und verantwortungsvoll" zu nutzen, heißt es weiter. Dazu müsse etwa Medienbildung in allen Schulformen und Jahrgangsstufen unterrichtet werden. Lehrkräfte und Fachkräfte der Jugendarbeit müssten dazu entsprechend ausgebildet werden. Außerdem brauche es mehr klare Regelungen für den Kinder- und Jugendschutz auf Social-Media-Plattformen, um sie vor Fake News, Hatespeech, Gewaltdarstellungen, sexualisierten Inhalten und Suchtpotenzial des Medienkonsums zu schützen.