München (epd). Die Konferenz der Europäischen Rabbiner (CER) mit Sitz in München unterstützt den Vorstoß des französischen Präsidenten Emmanuel Macron für ein Social-Media-Verbot für Minderjährige. Die Rabbiner unterstützten den Appell von Macron nach größerer Verantwortlichkeit globaler Technologieplattformen, teilte die CER am Freitag mit. Man sei überzeugt, dass verlässliche Altersüberprüfungen, Zugangsbeschränkungen oder Verbote für Minderjährige "ernsthaft umgesetzt werden müssen", um Jugendliche zu schützen.

Soziale Medien seien bewusst so konzipiert, "dass sie Aufmerksamkeit und Abhängigkeit maximieren". Sie setzten junge Menschen in einer entscheidenden Entwicklungsphase psychologischem Druck, Desinformation, Hass und Manipulation aus. "Dies ist keine unbeabsichtigte Nebenfolge, sondern das vorhersehbare Ergebnis von Geschäftsmodellen, die Engagement und Profit über das Wohlergehen der nächsten Generation stellen", heißt es in der CER-Mitteilung. Zeit sei jedoch "das wertvollste Gut, das ein Mensch besitzt".

Rabbiner: Schutz von Kindern ist keine Zensur

Meinungsfreiheit sei ein grundlegender demokratischer Wert, so die Europäische Rabbinerkonferenz. Doch Freiheit bedeute nicht die Abwesenheit von Verantwortung: "Der Schutz von Kindern ist keine Zensur, sondern eine moralische und gesellschaftliche Pflicht." Der Schutz der psychischen Gesundheit, der Würde und der Zukunft der Kinder müsse "Vorrang vor den kommerziellen Interessen globaler Technologiekonzerne haben".