Dachau, München (epd). Vom Digitalen aufs Papier: Unter dem Titel "Ein Überleben lang" erscheinen die Aufzeichnungen des KZ-Dachau-Häftlings Edgar Kupfer-Koberwitz als gedruckte Graphic Novel. Bei einer Lesung mit Podiumsdiskussion wird das Buch am 19. März in der Evangelischen Stadtakademie München vorgestellt, teilten die KZ Gedenkstätte Dachau und die Bayerische Landeszentrale für politische Bildungsarbeit am Donnerstag mit.

Vor zwei Jahren sei die Geschichte als animierter Kurzfilm sowie als ePaper veröffentlicht worden. Seither habe die Gedenkstätte "viele Anfragen zu einer Printversion" erhalten, erklärte deren Leiterin Gabriele Hammermann. Man freue sich, dass nun dank der Kooperation mit der Landeszentrale eine Printversion möglich geworden sei.

"Eindringlicher Zugang zur Geschichte"

Deren Direktor Rupert Grübl würdigte den "eindringlichen Zugang zur Geschichte des Konzentrationslagers Dachau", den die Graphic Novel eröffnet. "Gerade jungen Menschen zeigt sie, was Ausgrenzung, Entrechtung und der Kampf ums Überleben unter der NS-Diktatur bedeuteten - und warum Erinnerung Verantwortung für die Gegenwart ist."

Der Schriftsteller Edgar Kupfer-Koberwitz war den Angaben zufolge nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten erst nach Paris und später nach Ischia ausgewandert. 1940 lieferte ihn das faschistische Regime an NS-Deutschland aus. Im November 1940 wurde er ins KZ Dachau deportiert. Dort fertigte er geheime Tagebücher, Aufzeichnungen und Gedichte an. Nach dem Krieg wurden sie als "Dachauer Tagebücher" veröffentlicht und dienten jetzt als Grundlage für die Graphic Novel "Ein Überleben lang" der Texterin Regine Hähnel und der Illustratorin Karolin Nusa.