Nürnberg, München (epd). Das Projekt "TAFF - Therapeutische Angebote für Flüchtlinge" der Diakonie Bayern wird an diesem Freitag (6. Mai) mit einem der Bayerischen Integrationspreise 2022 ausgezeichnet. TAFF kümmere sich an zehn Standorten in Bayern um die Verbesserung der Versorgung von traumatisierten und psychisch erkrankten Flüchtlingen, teilte die Diakonie am Donnerstag mit. Die vergangenen Jahre seien von der Pandemie geprägt gewesen, sagte Sabine Lindau, Vorständin im Diakonischen Werk Bayern. Die Klienten und Klientinnen der Beratungsstellen - aufgrund ihrer persönlichen Erfahrungen ohnehin besonders belastet - hätten das Virus und die damit verbundene Bedrohung noch stärker erlebt als andere Menschen.
Aufgrund des Ukraine-Konflikts rechnet Lindau nun mit einem hohen Bedarf von Beratungsangeboten für traumatisierte Geflüchtete aus dem Kriegsgebiet. "Wer die Bilder aus der Ukraine sieht, weiß: Das unsagbare Leid hinterlässt seelische Verletzungen, die behandelt werden müssen." Das Angebot der Diakonie sei deshalb wichtiger denn je. Denn bereits im Jahr 2020 seien nach Angaben der "Bundesweiten Arbeitsgemeinschaft der Psychosozialen Zentren für Flüchtlinge und Folteropfer" (BAfF) in Berlin nur knapp fünf Prozent aller Geflüchteten mit einem psychosozialen Hilfebedarf betreut worden.
Das Konzept für TAFF wurde bereits 2014 entwickelt, 2015 begann die Modellphase im Allgäu und in Oberfranken. TAFF ist derzeit in Kempten, Freising, Hochfranken, Weilheim/Schongau/Landsberg, Mittelschwaben, Mühldorf, Oberfranken West, Regensburg, Rosenheim und Starnberg vertreten. Finanziert wird TAFF hauptsächlich aus Projektmitteln der Landeskirche, die aber Ende des Jahres auslaufen, so die Diakonie.
Der erste Bayerische Integrationspreis 2022 geht an die EineWelt-Hebammen in Regensburg. TAFF erhält einen zweiten Preis, wie auch das Projekt "SoulTalk" aus Würzburg. Der Bayerische Integrationspreis 2022 ist mit insgesamt 6.000 Euro dotiert.