Nürnberg (epd). Die Spritkosten sind stark gestiegen und das trifft auch die ambulanten Pflegedienste. Unter höheren Energiekosten leiden stationäre Einrichtungen wie Altenheime oder Behinderteneinrichtungen. Darauf hat am Freitag die Diakonie Bayern aufmerksam gemacht. Die soziale Arbeit würde massiv unter den steigenden Energiepreisen leiden, stellte Vorständin Sandra Schuhmann fest. Sie forderte daher von der Bundesregierung für die sozialen Dienste eine Entlastung, wie sie für Bürgerinnen und Bürger vorgesehen sei.
Die ambulanten Pflegedienste würden jeden Monat tausende von Kilometern fahren, um Menschen zuhause zu versorgen. Die gestiegenen Benzinpreise seien in den Leistungen der Kostenträger jedoch noch nicht enthalten, so Schuhmann. Weil sie kaum Rücklagen hätten, seien die Kosten von Pflegediensten "nicht mehr lange zu schultern". Bei einem diakonischen Träger in Oberfranken seien die Treibstoffkosten, die bei der Beförderung von Schulkindern und Menschen mit Behinderung anfallen, von knapp 10.000 Euro monatlich im vergangenen Jahr auf bereits 14.000 Euro gestiegen, erklärte Schuhmann. Die Ausgaben für Strom würden von 450.000 im Jahr 2021 auf voraussichtlich 675.000 Euro im laufenden Jahr steigen, eine Steigerung um etwa 50 Prozent. Für Gas rechne man mit einer Steigerung um 70 Prozent.
An die Kostenträger gerichtet sagt Schumann, die Träger seien nach zwei Jahren Pandemie in vielen Fällen bereits an der Grenze der wirtschaftlichen Belastbarkeit. Dies und die gestiegenen Energiekosten müssen bei den nächsten Verhandlungsrunden angemessen berücksichtigt werden.