München, Nürnberg (epd). Die Präsidentin der Diakonie Bayern, Sabine Weingärtner, sieht in den Ergebnissen einer jetzt veröffentlichten Studie über die Flüchtlings- und Integrationsberatung in Bayern eine ausdrückliche Würdigung der Arbeit dieser Stellen. Die Beratung sei eine tragende Säule einer gelingenden Integration in Bayern, so Weingärtner am Mittwoch in einer Mitteilung: "Integration ist keine Randaufgabe, sondern betrifft unsere Gesellschaft in ihrer Breite." Die Evaluation belege auch längerfristige Wirkungen für Bildung, Erwerbstätigkeit und die Akzeptanz zwischen unterschiedlichen Gruppen.

Die zentrale Handlungsempfehlung der Evaluation des Instituts für Sozialforschung und Gesellschaftspolitik (ISG) in Köln laute, die Flüchtlings- und Integrationsberatung über 2026 hinaus fortzuführen. "Integration ist eine gesamtgesellschaftliche Daueraufgabe. Sie endet nicht mit einem Förderzeitraum", erklärte die Präsidentin. Es brauche daher langfristige Planungssicherheit und eine auskömmliche Finanzierung.

Hilfe zur Selbsthilfe

Die Studie zur Flüchtlings- und Integrationsberatung (FIB) beauftragt hatte das bayerische Innenministerium. Innenminister Joachim Herrmann (CSU) sagte zur Vorstellung am Mittwoch, Integration sei "kein Kurzstreckenlauf", sondern eine gesamtgesellschaftliche Daueraufgabe. Ziel sei es, alle, die langfristig oder dauerhaft in Bayern bleiben, "bestmöglich und nachhaltig zu integrieren". Das Prinzip der Hilfe zur Selbsthilfe stehe immer im Vordergrund der Flüchtlings- und Integrationsberatung.

Für die Beratungsstellen der Diakonie Bayern arbeiten den Angaben nach mehr als 200 Fachkräfte, die tausenden Ratsuchenden Fragen zum Aufenthalt, der Existenzsicherung, der Arbeitsmarktintegration, der Bildung und des gesellschaftlichen Ankommens beantworten. Allein 2024 lebten in Bayern rund 1,9 Millionen Menschen mit Migrationsgeschichte, das seien 14 Prozent der Bevölkerung. Im Freistaat seien im vergangenen Jahr zudem über 35.000 Asylerstanträge gestellt worden.